Zahnpflege

 

Reisebericht „Äthiopien“ - Gesundheitserziehung - Zahnpflege

 

Tirza LiebiIch bin Tirza Liebi, 24 Jahre alt, und Dentalhygienikerin aus der Schweiz. 

Das Ziel meiner Reise war, alles miteinander zu verbinden, was mir wichtig ist: Meine "Babys" (d.h. die Kinder und ihre Familien besuchen), mein Beruf und das Evangelium. 

Bepackt mit 1000 Zahnbürsten reiste ich nach Äthiopien, ohne genau zu wissen, was mich dort erwarten sollte.
Am 8. Mai 2015 kam ich in Addis Abeba an. Nach einem kurzen Aufenthalt von zwei Tagen in Adama, wo ich mich mit dem afrikanischen Klima und Essen anfreundete, und das Büro von Nobel Action und das KidsHome besuchen konnte, ging es ab nach Monopol. 

Begleitet wurde ich von Silas und einem super Bauteam aus Deutschland, das einen Tag nach mir ankam. Sie kauften auch diverse Esswaren ein, damit wir später in der Schule nicht verhungern sollten. 

Nach einer zweistündigen Autofahrt gelangten wir in das abgelegene Dorf Monopol.
Die meisten Häuser sind aus Lehm gebaut, jeweils umgeben von einem kleinen Vorhof mit Zaun. Die Hütten sind sehr einfach eingerichtet, meistens aus ein bis zwei Räumen mit einem Bett und ein paar Matratzen am Boden, einer Kommode und ev. ein paar Stühle. Der Fernseher darf natürlich auch nicht fehlen. Egal, ob er funktioniert oder nicht. Er muss einfach dastehen, als Statussymbol.
Die Reicheren haben auch noch eine Kuh oder einige Ziegen, oder sonst irgendwelche Tiere.

Als wir ankamen, fuhren wir direkt zur „Schule des Lichts“. Die Schule war mit einem grossen Zaun bzw. einer Mauer umgeben, wunderschön gebaut und farbig angemalt. Eine riesige Kinderschar begrüßte uns, als wir mit dem Bus durch das Dorf fuhren und rannten neben uns mit bis zur Schule. 
Nachdem wir unser Gepäck in Ruhe ausgeräumt, unsere Betten aus dem Guesthouse genommen und uns eingerichtet hatten, gingen wir raus und liefen ein Dorf weiter, um im Hotel Mamee das Mittagessen einzunehmen. Auf jedem Weg begleiteten uns eine Kinderschar und jedes Kind kämpfte darum, eine freie Hand halten zu dürfen. Im Hotel angekommen, gab es Inschera (Spezialität von Äthiopien, die täglich gegessen wird). Nach dem Essen kehrten wir wieder zurück ins Dorf Monopol und setzten uns an den Baum der Gemeinschaft, um die Kinder zu begrüßen.

Sehr gespannt war ich natürlich auf meine Patenkinder. Und plötzlich sagte Silas zu mir: Oh Tirza, das ist doch eins von deinen, Zuber! Wow, dieser Moment ist unbeschreiblich. Vier Jahre unterstützt man ein Kind und schreibt unzählige Briefe hin und her, und plötzlich hält man es ihn den Armen! So ging es dann die nächsten Tage, immer wieder durfte ich ein weiteres Patenkind persönlich kennen lernen.

Am zweiten Tag war Schule. Da Silas nicht die ganzen zwei Wochen in Monopol bleiben konnte, mussten wir gleich anfangen mit meinen Präsentationen. Es waren dreizehn Klassen und die ersten 3 Tage hielt ich Vorträge zum Thema Mundhygiene. Nach ein paar Tagen Verschnaufpause besuchte ich dann mit Silas noch die letzten Klassen und erklärte ihnen die Notwendigkeit der Mundhygiene.

Die Kinder und auch Lehrer waren je nach Klasse sehr interessiert. Eine Klasse stellte während des Vortrages und auch nach dem Vortrag viele Fragen. Auch als ich nach meinen Vorträgen auf dem Schulgelände herum lief, kamen jeweils Kinder zu mir und sagten mir nochmals auf, was gut und was schlecht ist für die Zähne. Es war auch sehr berührend, zu sehen, dass die Kinder nach dem Mittagessen in der Schule mit meinen Zahnbürsten selber die Zähne geputzt hatten. 

Der Aufbau von meinem Programm sah wie folgt aus:Zahnpflege

Zuerst erzählte ich den Kindern, weshalb es so wichtig ist, die Zähne täglich gut und richtig zu putzen. Anhand von Bildern mit Karies erklärte ich Ihnen, dass man mit Zähneputzen Löcher vermeiden kann. Auch zeigte ich Ihnen Bilder von Zahnfleischentzündungen und Parodontitis (Zahnfleisch- und Knochenrückgang). Parodontitis ist in Äthiopien ein riesiges Problem, da schon kleine Kinder viel Zahnstein haben. Das kommt davon, dass sie die Zähne nicht richtig, oder gar nicht putzen. Dazu kommt auch noch das stark mineralisierte Wasser dort. Diese Faktoren zusammen führen sehr schnell zu Zahnstein. Wenn Kinder schon so viel Zahnstein haben und keine Möglichkeit haben, ihn entfernen zu lassen, bildet sich das Zahnfleisch und der Knochen schnell zurück. Wenn der Zahn keinen Knochen mehr um sich hat, beginnt der Zahn zu wackeln und fällt irgendwann aus. Wenn das schon in so frühem Kindesalter der Fall ist, kann es sein, dass man schon mit 40 Jahren zahnlos wird. Deswegen lag es mir am Herzen, die Kinder über diese Erkrankung aufzuklären. Danach ging ich über zum Evangelium und erklärte den Kindern, dass es etwas gäbe, das noch viel wichtiger ist als das Reinigen der Zähne. Nämlich die Reinigung unseres Herzen. Da wir Menschen alle schlechte, sündige, Dinge tun, ist unser Herz in Gottes Augen schwarz und schmutzig. Daher müsste der heilige Gott uns gerechterweise bestrafen. Gott im Himmel, Er, der Himmel und Erde, mitsamt uns Menschen, erschaffen hat, ist heilig und vollkommen gerecht. Deswegen müsste Gott uns bestrafen. Aber Gott will uns nicht bestrafen. Er liebt uns so sehr, dass er seinen einzigen und sündlosen Sohn Jesus Christus auf die Erde sandte, um für unsere Schuld am Kreuz zu streben. Wenn wir daran glauben, und Gott um Vergebung bitten, vergibt er uns alle unsere Sünden und reinigt unser schwarzes Herz. Er macht daraus ein sauberes Herz. Dies erklärte ich Ihnen am Schluss noch Anhand des wortlosen Faltkärtchens. Jeder erhielt danach ein solches Kärtchen mit den 5 Symbolen. Der goldene Kreis symbolisiert die Heiligkeit Gottes. Das schwarze Herz zeigt, dass wir ein sündiges Herz haben und von Gott getrennt sind, weil die Heiligkeit Gottes und unsere Sünde nicht zusammen passen. Das rote Kreuz zeigt, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist. Ein weisses Herz soll uns klar machen, dass Gott unsere Sünden vergibt, wenn wir sie ihm bekennen. Er reinigt unser Herz und macht daraus ein sauberes Herz. Am Schluss gibt es nochmals einen goldenen Kreis. Er symbolisiert auch Gottes Heiligkeit, weist uns aber jetzt darauf hin, dass wir mit einem sauberen Herzen vor Gott kommen und mit ihm Gemeinschaft haben können. 

Zur Auflockerung gab es im Anschluss ein Spiel. Ich zeigte ein Bild, und sie mussten erraten, ob der Gegenstand darauf gut oder schlecht ist für die Zähne.Zahnpflege

Jedes Kind bekam eine Zahnbürste und Fluoridgelee. Alle Kinder stellen sich im Freien in eine Reihe und ich  zeigte ihnen anhand von einem übergroßen Zahnmodell, wie man die Zähne richtig reinigt. Und im Schulzimmer bekam dann jedes Kind ein wortloses Faltkärtchen. Die Kinder mussten im Anschluss üben, das Evangelium anhand dieses Faltkärtchens wiederzugeben. Dies alles war aber nur möglich, dank Silas, der mich bei jedem Vortag in ausgezeichneter Weise auf Amharisch übersetzte! 

Der Abschied in Monopol war sehr hart. Trotz der Tatsache, dass ich lediglich zwei Wochen dort war und die halbe Zeit eigentlich krank war, habe ich diese Kinder sehr in mein Herz geschlossen! 

In Adama hatte ich noch zwei Tage zum Erholen, aber ich durfte dennoch einen letzten Vortrag im Kidshome von Nobel Action halten. Die meisten Kinder haben HIV. Somit ist es doppelt so wichtig, dass die Kinder eine gute Mundhygiene haben. Bei schlechter Mundhygiene können die Bakterien im Mund sehr schnell in den Blutkreislauf und damit in den ganzen Körper gelangen. Bei ihrer schwachen Abwehr ist das ein Problem. 

An dieser Stelle möchte ich mich bei der „Schule des Lichts“, bei „Nobel Action“ und ganz besonders bei Silas, der mir dies alles ermöglichte, herzlich bedanken!

 

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